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statt nur dabei.
Bürgermeister
für ganz Ganderkesee.
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Ganderkesee –
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Meine Meinung zu Ganderkeseer Themen
Ich habe auf dieser Seite mehrfach geschrieben, dass ein Bürgermeister nicht alles allein entscheiden kann. Das stimmt auch. Trotzdem will ich klar sagen, wie ich zu den Dingen stehe. Hier finden Sie meine persönliche Meinung zu den Themen, die Ganderkesee bewegen.
Der Coworking-Space am Bahnhof
Ich finde die Idee eines Coworking-Spaces nicht grundsätzlich uninteressant. Neue Arbeitsformen entwickeln sich, und gerade in Zeiten von Homeoffice kann es sinnvoll sein, wohnortnahe Arbeitsplätze anzubieten.
Trotzdem bin ich bei dem Projekt am Bahnhof Ganderkesee skeptisch. Es gibt zwar Untersuchungen, die grundsätzlich ein Potenzial für Coworking-Angebote sehen. Meine persönliche Einschätzung ist aber, dass ein kommunal finanzierter Coworking-Space an diesem Standort wirtschaftlich nur schwer dauerhaft tragfähig wäre. Der (Bus-)Bahnhof selbst hat bereits heute Probleme, die aus meiner Sicht zuerst gelöst werden sollten. Davon bin ich auch persönlich betroffen: Ich stehe dort regelmäßig mit dem Auto und warte, weil man zwischen zwei haltenden Bussen schlicht nicht vorbeikommt. Der Busbahnhof muss dringend verbessert werden.
Grundsätzlich: Coworking funktioniert vor allem in größeren Städten oder in Regionen mit vielen Freelancern und Start-ups. In kleineren Kommunen ist die Nachfrage häufig deutlich geringer. Ein Beispiel aus der Region ist der Coworking-Space „Hyrst“ in Delmenhorst. Solche Projekte entstehen oft mit Fördermitteln, aber der dauerhafte Betrieb ist nicht immer einfach.
Deshalb stelle ich mir bei solchen Projekten immer eine einfache Frage: Würden wir das auch bauen, wenn es keine Fördergelder gäbe? Förderprogramme sind hilfreich, aber auch mit diesem Geld sollte verantwortungsvoll umgegangen werden. Am Ende bleibt es auch öffentliches Geld. Ich bin gegen Projekte, die hauptsächlich wegen Fördergeldern angeschoben werden. Solche Projekte verursachen nicht nur Baukosten, sondern auch laufende Betriebskosten. Wenn die Auslastung hinter den Erwartungen zurückbleibt, trägt am Ende die Gemeinde das Risiko. Gerade in der aktuellen Haushaltslage muss man sehr genau überlegen, welche Investitionen wirklich Priorität haben.
Was mich außerdem irritiert hat, ist der politische Umgang mit dem Thema. Zunächst wurde der Coworking-Space von der CDU stark vorangetrieben, jetzt wird angekündigt, den Antrag wieder zurückzuziehen. Das wirkt auf mich eher wie Wahlkampftaktik als wie eine langfristige Planung.
Ich glaube, dass man das Thema Coworking auch anders denken könnte. Im Ortskern von Ganderkesee gibt es aktuell sehr wenig Leerstand – TOI, TOI, TOI! Leider werden sich perspektivisch Leerstände kaum vermeiden lassen. Bevor die Gemeinde ein neues Gebäude finanziert, könnte man zunächst prüfen, ob sich ein Coworking-Angebot in bestehenden Räumen umsetzen lässt. Wenn sich meine Skepsis bestätigt und ein solches Angebot nicht angenommen wird, hätte die Gemeinde zumindest deutlich weniger Geld investiert und entsprechend weniger Lehrgeld gezahlt.
Mir ist wichtig, dass wir solche Projekte nüchtern prüfen: Was bringt unserer Gemeinde wirklich einen Mehrwert – und was können wir uns langfristig leisten?
Woran ich allerdings glaube, ist skalierbarer Büroraum. Ein Gründerzentrum, in dem man klein anfangen und sich bei Wachstum schrittweise vergrößern kann. Genau das hat mir in den Anfangsjahren meiner Werbeagentur geholfen. In der „Banane“ – dem ehemaligen Hauptgebäude von Umweltschutz Nord – konnte ich meine Büroflächen mehrfach erweitern, ohne jedes Mal komplett neu anfangen und umziehen zu müssen.
Ganztagsschule - freiwillig oder teilgebunden?
Mir geht es bei der Diskussion um die Ganztagsschule nicht darum, ein von mir bevorzugtes Modell durchzusetzen. Ich habe selbst keine Kinder und favorisiere deshalb auch kein bestimmtes Modell. Ob offene, teilgebundene oder gebundene Ganztagsschule: Das müssen vor allem diejenigen bewerten, die direkt betroffen sind – Eltern, Kinder, Schulen und Betreuungskräfte.
In Ganderkesee wurden die betroffenen Eltern zur Umsetzung der Ganztagsschule befragt. Diese Befragung erfolgte auf Antrag der FDP – mit Zustimmung der Ratsmehrheit. Zur Auswahl standen drei Modelle:
Bei der offenen Ganztagsschule ist die Teilnahme am Nachmittagsangebot freiwillig. Eltern können also entscheiden, ob ihr Kind das Angebot nutzt.
Bei der teilgebundenen Ganztagsschule gibt es an bestimmten Tagen verpflichtende Ganztagsangebote. An den übrigen Tagen bleibt mehr Wahlfreiheit.
Bei der gebundenen Ganztagsschule ist der Ganztag fester Bestandteil des Schulalltags und für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich.
Das Ergebnis der Befragung war deutlich: 54 Prozent der Befragten sprachen sich für ein freiwilliges bzw. offenes Modell aus, 35 Prozent für ein teilgebundenes Modell und 8 Prozent für ein vollgebundenes Modell.
Trotz dieses eindeutigen Votums für das offene Modell sollte später ein teilgebundenes Modell verfolgt werden. CDU und SPD haben sich gegen den Elternwillen ausgesprochen. Natürlich ist eine Elternbefragung rechtlich nicht bindend. Politik muss abwägen: Räume, Personal, Kosten, pädagogische Konzepte und langfristige Planung. Aber wenn man Betroffene ausdrücklich fragt, dann muss ihre Antwort auch Gewicht haben.
Genau so entsteht Politikverdrossenheit: Die Menschen werden beteiligt, solange das Ergebnis passt – und ignoriert, wenn es unbequem wird. Wer fragt, muss das Ergebnis respektieren … oder sehr gut und transparent erklären, warum trotzdem anders entschieden wird. Dies kann eigentlich nur glaubhaft erfolgen, wenn sich nach der Befragung wichtige Parameter ändern oder neue Erkenntnisse hinzukommen. Diese sind mir nicht bekannt.
Gerade bei einer so wichtigen Pflichtaufgabe wie der Ganztagsschule braucht Ganderkesee Vertrauen, Verlässlichkeit und ehrliche Beteiligung. Gute Lösungen entstehen nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen.
Straßenausbaubeitrag: Ohlenbuschweg & Co.
Ein schwieriges Thema. Auf der einen Seite stehen rechtliche Vorgaben und die Finanzierung, auf der anderen Seite Menschen, die seit Jahrzehnten an einer Straße wohnen und plötzlich mit sehr hohen Kosten konfrontiert werden. Ich habe großes Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Wenn für manche Haushalte fünfstellige Beträge im Raum stehen, dann ist das keine theoretische Diskussion mehr, sondern eine sehr reale Belastung. Für den einen oder anderen existenziell.
Leider ergibt sich die rechtliche Einstufung als sogenannte Ersterschließung aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen. In dieser Frage stehe ich hinter der Entscheidung der Gemeinde und der Einschätzung des Landkreises.
Was ich allerdings rückblickend kritisiere, ist der Umgang mit dem Thema. Viele Menschen hatten das Gefühl, sehr spät eingebunden worden zu sein und nur noch zwischen wenigen Optionen wählen zu können. Bei solchen Projekten ist frühe und transparente Kommunikation entscheidend – gerade wenn es um derart hohe finanzielle Belastungen geht.
Die finanzielle Situation der Gemeinde ist angespannt. Wenn der Anteil der Gemeinde deutlich erhöht würde, müsste dafür an anderer Stelle im Haushalt entsprechend gegengesteuert werden. Zudem wäre eine solche Änderung keine Entscheidung nur für eine einzelne Straße. Wenn man den Gemeindeanteil grundsätzlich verändert, müsste dieses Verfahren auch für zukünftige Ersterschließungen gelten. Nach dem aktuellen Maßnahmenprogramm betrifft das mehrere Straßen im Gemeindegebiet. Die daraus entstehenden zusätzlichen Kosten wären erheblich.
Hier geht es um eine schwierige Abwägung: um Verständnis für die Betroffenen – aber auch um Verantwortung für die gesamte Gemeinde.
Ich bin überzeugt, dass man solche Konflikte in Zukunft besser vermeiden kann, wenn man früher mit den Anwohnern spricht, auch abgespeckte Varianten offen diskutiert und gemeinsam nach Lösungen sucht, die sowohl rechtlich als auch menschlich tragfähig sind.
Als Bürgermeister kann ich keine einfachen Versprechen machen. Aber ich kann dafür sorgen, dass solche Themen frühzeitig, transparent und respektvoll mit den Betroffenen besprochen werden.
Und wie ist die Meinung zu …?
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